Alle unter Praktikum verschlagworteten Beiträge

TID #5 – Morgens halb zehn in München

Es knackt, es raschelt, dann ein Knuspern. Ich schiele verstohlen zu meinem Kollegen. Ich glaube er beobachtet mich. Ich beginne zu kauen. Langsam. Kann er mich hören? Seine Gedanken höre ich jedenfalls ganz deutlich oder bilde ich mir das ein? Was auch immer. Ich zerquetsche die Packung in meiner Faust und lasse sie formvollendet über ihn hinweg in den Mülleimer plumpsen. Nowitzki wäre stolz auf mich. Es ist morgens halb zehn in München und ich habe bereits die erste Tafel Schokolade auf dem Gewissen. Werbeanzeigen

TID #3 – Von schwimmenden Einhörnern

Als gebürtiges Kamellekind lebt es sich so: Du kommst zur Welt, wirst bei der Taufe mit allen Kölnisch Wassern gewaschen und spätestens im Kindergarten das erste Mal in ein Kostüm gesteckt. Dann kommst du in die Grundschule, gehst in die Kölsch-AG, bekommst das kölsche Grundgesetz eingebläut und träumst beim alljährlichen Karnevalsumzug davon, einmal Funkenmariechen zu sein. Später geht der Wahnsinn weiter und wenn dir in der Bahn einer mit Clownsnase gegenübersitzt, fragst du dich allenfalls, wo er sein Lappenkostüm gelassen hat. Man möchte also meinen, der Kölner ist so einiges gewöhnt und die Messlatte des Verrückten reichlich hoch angesetzt. Wie so oft dieser Tage, wurde ich eines Besseren belehrt.

The Intern Diaries #1 – Tacheles!

Leise säuselnd ertönt der Soundtrack von Akte X im Schlafzimmer und reißt mich aus etwas, das nichtmal in Japan als Power Nap durchgehen kann. Fünf Stunden Schlaf gegen achtzehn Stunden auf den Beinen und ich, Siebenschläfer Nr.1, am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ganz so schlimm ist es natürlich nicht – aber wenn ich jammere, dann auf hohem Niveau! Das schulde ich der Adresse für die ich arbeite. Höchste Zeit also für ein tränenreiches Resumée, nein, besser noch: ein Tagebuch! Total anonym versteht sich.