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#ebaygate – Die neue Zahlungsabwicklung bei eBay

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Disclaimer: Der folgende Beitrag vermittelt Sarkasmus, Verbalausdrücke, grobe Gewaltfantasien und allgemeine Unzufriedenheit. Sollte dies Ihre Laune beeinträchtigen, lesen Sie jetzt nicht weiter.

Es war einmal eine junge Frau, die hatte nicht viel. Sie lebte von dem, was der Staat ihr gab und was sie mit Studentenjobs erwirtschaften konnte. In der Mitte jedes Mondes leerten sich ihre Taschen und spätestens am 30. Tage ward ihr Konto leer. Dennoch gab sie der Verzweiflung keinen Raum, denn sie hatte ein verborgenes Talent: In der Bucht der verborgenen Schätze war sie eine Königin. Was sie für einen Silberling erwarb, verkaufte sie für zwei. Und alles was ihr fehlte, erstand sie mit der Finesse eines Straßenhändlers.

Diese Zeiten sind nun vorbei.

eBay erhebt neue Zahlungsgebühren

Vorbei ist es mit dem eBay-Märchen. Wer diesem Blog schon eine Weile folgt, weiß, dass ich seit Teenagerzeiten eine wahre eBay-Fanatikerin bin. In den finanziell schlimmsten Zeiten war die Verkaufsplattform für mich eine wichtige Einnahmequelle, die mich davor bewahrte, am Ende des Monats von Zwiebeln und Eichelsuppe zu leben. Ebay war mein sicherer Notgroschen und in guten Zeiten für eine notorische Schatzsucherin wie mich ein echtes Hobby.

Im Gegensatz zur Zahlungsabwicklung über Drittanbieter ist eBays neuer Service verpflichtend.

Mit der neuen Zahlungsabwicklung von eBay findet diese Ära nun ein jähes Ende. Für Verkäufer ist der neue „Service“ (vielen schon bekannt von Kleiderkreisel) verpflichtend: Käufer senden ihre Zahlungen nicht mehr direkt an den Verkäufer, sondern an eBay. Nach einem Gebührenabzug leitet eBay das Geld anschließend an den Verkäufer weiter. Das Versprechen: Zahlungsvorgänge sollen vereinfacht, Gebühren von Zahlungsanbietern wie Paypal gespart und Verkäufer durch das tolle neue Gadget entlastet werden. Am Arsch.

Die Gebühren der neuen Zahlungsabwicklung im Überblick

  • Für den tollen neuen „Service“ berechnet eBay pro Artikel 35 Cent Grundgebühr – unabhängig vom Verkaufspreis. Im Klartext: Preisgünstige Angebote und Auktionen ab 1 Euro lohnen sich damit definitiv nicht mehr.
  • Zusätzlich erhebt eBay eine Gebühr von 11 Prozent des Verkaufspreises inklusive Versandkosten. Will heißen: eBay streicht selbst da Geld ein, wo der Verkäufer schon keinen Gewinn mehr macht.
  • Eine Obergrenze für die 11 Prozent Gebühr gibt es lediglich ab einem Gebührenbetrag von 199 Euro.

In Deutschland hat eBay (Stand 2018) rund 3,3 Millionen aktive Verkäufer. Wer der neuen Zahlungsabwicklung nicht zustimmt, darf nicht mehr auf eBay verkaufen. Bestehende Angebote gehen offline.

Die Folgen treffen Käufer ebenso wie Verkäufer

Aus eigener Erfahrung und aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, dass eBay für viele private Verkäufer einem monatlichen Notgroschen gleichkommt. So finanzieren sich Geringverdiener etwa durch den Verkauf gebrauchter Kinderkleidung, aus denen Kind (mal wieder) herausgewachsen ist, die Neuanschaffung größerer Kleidungsstücke. Wer von wenigen hundert Euro im Monat lebt, ist froh um jeden noch so kleinen Betrag, den er/sie sich auf diese Weise dazuverdienen kann.

Für Geringverdiener kommt eBay einem monatlichen Notgroschen gleich.

Ein Beispiel: Wer eine gebrauchte Hose für 5 Euro plus 3 Euro Versandkosten einstellt, bekommt von eBay lediglich 6,77 Euro (>15 Prozent des Gesamtpreises) überwiesen. Zieht man davon noch die Versandkosten ab, bleiben dem Verkäufer nur 3,77 Euro Gewinn.

Die einzige Lösung, die Verkäufern bleibt: entweder den Gebührenpreis auf den Artikelpreis aufschlagen (was die Verkaufschancen verringert) oder zu einer anderen Verkaufsplattform abwandern. Käufer wiederum werden entweder mit höheren Preisen oder einem geringeren Angebot konfrontiert.

Mein Fazit: Ich bin dann mal weg

Als jahrelange Stammverkäuferin auf eBay kann ich es kaum fassen, wie schnell sich meine Meinung über die Verkaufsplattform geändert hat. Anstatt die einstmalige Gebühr beim Einstellen von Artikeln wieder einzuführen (diese belief sich auf wenige Cents), verprellt eBay mit den dreisten Zahlungsgebühren JEDEN, der sich vormals mit der Plattform etwas dazuverdient hat.

Für mich bedeutet die neue Zahlungsabwicklung auf eBay, bestehende Anzeigen (in die ich viel Arbeit gesteckt habe) auslaufen zu lassen und anschließend zu einer anderen Verkaufsplattform zu wechseln. Aber wer weiß: vielleicht ändert eBay seine Meinung ja noch. Spätestens dann, wenn man begreift, dass eine Verkaufsplattform ohne Verkäufer nur eine Website ist.

1 Kommentar

  1. rolf sagt

    Bin voll deiner Meinung. So und jetzt hoffe ich jeder zieht für sich seine Konsequenzen und meidet eBay als Käufer und als Verkäufer. Hallo an alle Selbstständigen die ihren Lebensunterhalt mit eBay verdienen: versteht es endlich , eBay ist euer Chef es sagt euch was und wie ihr verkaufen sollt,zu welchem Preis ihr es Versenden sollt,das ihr nicht Krank werden dürft,keinen Urlaub machen dürft es schikaniert euch immer mit neuen Regeln,es behält euren Lohn ein wenn jemand behauptet du hältst dich nicht an die Regeln usw. eBay ist euer Chef. Jetzt überlegt mal selber ob ihr noch Selbstständig seid. Gebt eBay auf und sucht euch einen Richtigen Job.

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