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#Upcycling – Alte Shirts neu besticken

Sticken DIY Upcycling

Seit Kurzem habe ich ein neues Hobby für mich entdeckt: Sticken. Und da man in der Quarantäne sehr viele Stunden in den eigenen vier Wänden verbringt, hatte ich jede Menge Zeit, mich da ordentlich hineinzusteigern. Angefangen mit einfacher Baumwollstickerei, bis hin zur Gold- und Seidenstickerei. Was man dabei gleich als Erstes lernt: Wenn es gut aussehen soll, dauert es lange. Sehr lange. Gerade deshalb mag ich es, wenn meine stundenlangen Stickarbeiten am Ende auch einen praktischen Nutzen haben. Sei es eine verschnörkelte Gesichtsmaske für den wöchentlichen Supermarkteinkauf oder ein Upcycling Projekt wie dieses.

Opfer meiner Wahl war ein altes Seidenshirt, das mir als notorischer Elster zu schlicht war, um es häufiger zu tragen. Mit einer Stickerei wollte ich das Shirt etwas aufpeppen, in diesem Fall mit einer Tränenstickerei am Ausschnitt. Leider habe ich keine Bilder von den einzelnen Arbeitsschritten gemacht (*nächstes Mal), deshalb habe ich die Erklärungen so einfach wie möglich gehalten. Eine gute Einleitung in die Gold- und Seidenstickerei ist übrigens dieses Buch (leider nur auf Englisch), das ich selbst am Anfang zu Rate gezogen habe.

Upcycling Shirt Sticken

Zum Upcycling mit Sticken eignen sich vor allem Kleidungsstücke mit geringem Stretch-Anteil. Gut geeignet sind einfache Baumwoll-, Leinen- und Seidenstoffe.

Du brauchst:

  • 1 altes Shirt
  • 1 Stickrahmen
  • Blaues Seidengarn
  • Silbernes Metallic-Garn
  • weißes Nähgarn
  • 1 Feinsticknadel Gr. 9
  • 1 Sticknadel Gr. 18
  • 1 Nähnadel mittlerer Größe
  • Stickschere
  • Bleistift

Da einige der Utensilien etwas schwerer zu bekommen sind, kannst du auch variieren. Statt Seidengarn eignet sich Baumwollgarn genauso gut. Und statt einer Feinsticknadel Gr. 9 kannst du auch eine einfache kleine Nähnadel verwenden. Wenn du keine Stickschere da hast, tut es auch eine Nagelschere – Hauptsache klein und präzise. Ach ja und das Wichtigste: Nimm dir Zeit. Für mein Upcycling-Projekt ist am Ende ein ganzer Tag draufgegangen.

Stickrahmen Seidenstickerei

Zeichne die Konturen deines Musters mit Bleistift auf dem Stoff vor. Anstelle eines professionellen Leistenrahmens tut es bei kleineren Projekten auch ein einfacher runder Stickrahmen aus Bambus (ca. 5 Euro, ⌀ 30 cm).

So geht´s:

  1. Zeichne als Erstes dein Muster mit Bleistift auf dem ausgebreiteten Stoff vor. Spanne die erste zu bestickende Partie nun straff in den Stickrahmen ein.
  2. Für die Träne: Fädle das blaue Garn in eine Nähnadel mittlerer Größe und beginne mit dem Padding. Durch das Padding wird die eigentliche Stickerei später hervorgehoben und wirkt dadurch plastischer. Du kannst diesen Schritt aber auch auslassen. Setze im Inneren der Kontur einige vertikale Plattstiche von oben nach unten grob nebeneinander. Achte darauf, einen Abstand von etwa 2 mm zur Umrandung zu lassen.
  3. Führe nun das blaue Garn an die obere Spitze der Träne und fülle die Form mit horizontalen Plattstichen nach und nach aus. Setze die Stiche so nah wie möglich beieinander, damit keine Lücken entstehen. Dieser Schritt sollte die meiste Zeit in Anspruch nehmen.
  4. Für die Umrandung: Fädle das etwas dickere Metallic-Garn durch die Sticknadel Gr. 18 und führe es an der oberen Spitze der Träne von unten nach oben durch den Stoff. Bilde eine Schlaufe in einer Größe, die der Tränenkontur entspricht und führe das Ende des Garns durch die Einstichstelle wieder nach unten, ohne es auf der Rückseite zu verknoten.
  5. Nimm nun das weiße Nähgarn und die Feinsticknadel Gr. 9 zur Hand. Fixiere das Metallic-Garn an der Vorderseite des Stoffes, indem du das Nähgarn an der Kontur entlang nach oben stichst. Führe es über das Metallic-Garn und anschließend durch die selbe Einstichstelle zurück unter den Stoff. Fahre in kleinen Abständen fort, bis das ganze Silbergarn am Rand der Kontur fixiert ist. Diesen Stich nennt man Brückenstich, du kannst ihn auf dem obigen Bild gut erkennen.
  6. Zuletzt verknotest du das Metallic-Garn zur Sicherheit auf der Rückseite des Stoffes und kappst die langen Enden mit der Stickschere. Wiederhole den ganzen Vorgang, bis alle deine Tränen ausgefüllt sind. Fertig!
Upcycling Shirt Seidenstickerei

So sieht das Endergebnis aus. Da das Muster sehr einfach ist, eignet es sich gut, um die ersten Basisstiche zu üben.

Kleiner Tipp: Leider sind deutsche Shops in punkto Gold- und Seidenstickerei nicht besonders gut aufgestellt, sodass man vieles aus UK bestellen muss (Bsp. Metallic-Garn von Kreinik). Meine pflanzengefärbten Seidengarne habe ich nach langer Suche in einem kleinen Archäotechnik-Shop auf Facebook entdeckt.

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